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Rückblick

KI-Werkstatt für die Generation 60+ — ein Rückblick von der ETH

21.03.2026 · 2 Min Lesezeit · von gemeinsam

Am 21. März haben wir an der ETH Zürich einen Einsteigerkurs zu ChatGPT für Teilnehmer:innen ab 60 gegeben. Zwei Stunden, 22 Personen, kein Slide zu viel. Drei Beobachtungen, die in unsere Arbeit zurückfliessen.

Am Samstag, 21. März 2026, haben wir im Rahmen der Informatiktage 2026 an der ETH Zürich einen Einsteigerkurs zu ChatGPT für die Generation 60+ gegeben. Zwei Stunden, 22 Teilnehmer:innen, keine Vorkenntnisse vorausgesetzt.

Das Thema war bewusst eng gefasst: ChatGPT für den Alltag. Schreibhilfe, Reiseplanung, Textzusammenfassung, Faktencheck, Wissensfragen. Nichts Programmierbares, nichts über API-Keys, nichts über Modellarchitektur. Ziel: am Ende der zwei Stunden sollte jede Teilnehmer:in einen ersten Reiseplan mit einem LLM skizzieren können — oder klar begründen, warum sie es nicht tun möchte.

Drei Beobachtungen

Die Hürde ist nicht das Alter, sondern die Erlaubnis. In den ersten Minuten zeigte sich: die Teilnehmer:innen verstehen das Werkzeug sehr schnell. Die eigentliche Frage war eine stille — ob man ein Werkzeug nutzen darf, dessen Innenleben man nicht vollständig durchschaut. Sobald wir offen gesagt haben, dass auch wir das Modell nicht in seiner Gänze überblicken, aber trotzdem produktiv damit arbeiten, hat sich viel gelöst.

Datenschutzfragen sind erwartet und verdienen echte Antworten. Was passiert mit dem, was ich tippe? Wird mein Text zu Trainingsdaten? Wo sind die Server? Das waren die am häufigsten gestellten Fragen, und sie verdienen präzise Antworten — keine Beruhigungsfloskeln. Wir haben die relevanten Einstellungen in der ChatGPT-Oberfläche gezeigt (Chat-Verlauf, Trainings-Opt-out) und erklärt, was das im schweizerischen revDSG-Kontext konkret bedeutet.

Hands-on schlägt alles andere. Der produktivste Teil war nicht der Vortrag, sondern die Phase, in der wir zu zweit durch den Raum gegangen sind und an den individuellen Laptops mitgearbeitet haben. Kurze Impulse, dann eigenständiges Arbeiten mit Unterstützung — das Format war klar das Richtige.

Was das mit Webseitenbauen zu tun hat

Die Zielgruppe an der ETH überschneidet sich direkter mit unserer Webseiten-Klientel, als man zunächst denken würde. Selbständige in der Schweiz, die eine Webseite brauchen, sind selten junge Developer:innen — sie sind Fachpersonen, die ihre eigene Disziplin beherrschen und nicht nebenbei noch Next.js lernen möchten. Dasselbe Prinzip gilt: das Werkzeug muss so gebaut sein, dass die Kund:in es ohne Misstrauen und ohne Technik-Overhead nutzen kann. Ein redaktionelles CMS mit E-Mail-Login — keine Admin-Passwörter, keine Plugin-Updates, keine Build-Fehler — ist für uns die direkte Übersetzung dieses Prinzips.

Die zwei Stunden an der ETH waren ein guter Anlass, das noch einmal zu überprüfen.